Freikirche

Evangelische
Täufergemeinde Neuhütten

 
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Die Geschichte

Anfang des 19. Jahrhunderts lösten sich evangelische Christen von der Kirche und schlossen sich zu sogenannten „Freikirchen“ zusammen. Der Grund hierfür lag in der Täuferbewegung, die zur Zeit der Reformation in Zürich ihren Anfang nahm. Die Täufer hatten das besondere Anliegen, die Reformation weiter voranzutreiben als die bekannten Reformatoren selbst. Sie begründeten anhand der Bibel, dass sich die Gemeinde klarer von der „Welt“, das heißt von Gesellschaft und Staat, unterscheiden sollte. Schwerpunktmäßig ging es ihnen um die Darstellung der „Gemeinde Jesu Christi“ als Bruderschaft der wahren Christen. Neben der Gemeinschaft der Gläubigen waren ihre zentralen Anliegen der persönliche Glaube, die radikale Umkehr (Buße), Bekehrung, das Leben in der Nachfolge Christi und die Gewaltlosigkeit. Täufer wurden sie genannt, weil sie sich, als Zeichen des Eintritts in die verbindliche Lebensgemeinschaft mit Jesus Christus und seiner Gemeinde, gegen die Kindertaufe stellten und die Glaubenstaufe praktizierten. Die Täufer wurden von Kirche und Obrigkeit stark verfolgt, viele starben den Märtyrertod. In späterer Zeit wurden sie geduldet und akzeptiert.

Den größten Einfluss auf die Entstehung der „ETG“ hatte die politische und kirchliche Situation in der Schweiz. Die reformierte Landeskirche und die Theologie waren von modernen Strömungen geprägt, wie Humanismus (der Mensch im Mittelpunkt), Rationalismus (Vernunftdenken: wahr ist, was der Mensch mit seinem Verstand erfassen kann) und Liberalismus (Verwässerung biblischer Lehre). Demzufolge konnte die offizielle Kirche den Menschen die gesuchte Geborgenheit vielfach nicht bieten. Das war mit ein Grund, dass sich neben der Kirche Menschen in verschiedenen Kreisen zusammenfanden, um echte, gottgefällige Nachfolge zu leben. Diese Christen waren von einem neuen missionarischen Eifer ergriffen, ihr Aufbruch wurde in der Kirchengeschichte unter dem Namen „Erweckungsbewegung“ bekannt. Durch diese Bewegung entstanden viele evangelische Freikirchen wie zum Beispiel die Pilgermission St. Chrischona, Freie Evangelische Gemeinde und auch die Evangelische Täufergemeinde (ETG).

In dieser Zeit, am Ende seines Theologiestudiums, bekehrte sich in Basel ein junger Mann, dessen Person, Charakter, Art und Lehre neben den geschichtlichen Umständen mit entscheidend werden sollten für die Entstehung der ETG: Samuel Heinrich Fröhlich.

Die Geschichte der Gemeinde in unserer Gegend ist auf das Wirken der Handwerksgesellen Johannes Aupperle aus Rettersburg und Wilhelm Schlipf aus Dauernberg (beide Rems-Murr-Kreis) zurückzuführen.

Diese arbeiteten in der Schweiz, wo sie in Kontakt mit „fröhlichianischen Gemeinden“ kamen und sich taufen ließen. Zurück in der Heimat begannen sie in ihren Häusern Versammlungen abzuhalten. Im Falle von Wilhelm Schlipf muss das auf jeden Fall schon vor 1847 gewesen sein. Johannes Aupperle ist wohl erst 1855 aus der Schweiz zurückgekehrt. Auf ihn dürften die „Wurzeln“ der heutigen Gemeinden Neuhütten, Scheppach und Oppelsbohm zurückgehen. Aupperle besuchte eines Tages Familie Schmidgall im Plapphof bei Neuhütten. Diese Familie schloss sich der neuen Bewegung an und veranstaltete „Stuben-Versammlungen“ in ihrem Haus. Später wurden diese Versammlungen bei Familie Christian und Christine Sinn, geb. Müller, in Neuhütten abgehalten.

Das Einzugsgebiet dieser neuen Gemeinschaft war sehr groß, sodass die Besucher meist lange Fußmärsche in Kauf nehmen mussten. Sie kamen aus Eichelberg, Löwenstein, Brettach, Weinsberg, Bretzfeld sowie aus den nahe gelegenen Ortschaften Finsterrot, Maienfels und Wüstenrot. Die Taufen der Gläubigen fanden in einem See bei Neuhütten statt. Bei den Standesämtern wurden sie als „Baptisten“ oder „Mennoniten“ bezeichnet.

Da die Eheschließungen im Normalfall durch den Pfarrer vollzogen wurden, die neugegründete Glaubensgemeinschaft dazu jedoch nicht berechtigt war, wurde beispielsweise die Ehe von Christian und Christine Sinn vor dem Amtsgericht in Weinsberg geschlossen. In einem Kirchenbucheintrag aus dem Jahre 1852, wurden die “Wiedertäufer” zum ersten Mal offiziell erwähnt.

Leider gab es in der Gemeinde auch Probleme. Im Jahre 1904 fand eine Trennung statt. Anlass war die Ansicht über das Tragen von Bärten. Die Gegner sahen im Schnurrbart Militarismus und Stolz. Damit wollte man sich auf keinen Fall identifizieren, da dies bedeutet hätte, sich der „Welt“ gleichzustellen. Nach langen Diskussionen teilten sich zwischen 1902 und 1909 viele Gemeinden, so auch die Gemeinde in Neuhütten (1904). Von den zwei Gemeinden „Evangelisch Taufgesinnter“ trafen sich die ohne Bärte in Dauernberg, die  anderen weiter in Neuhütten. Die übrig gebliebene Gemeinde beschloss, ein eigenes Gemeindehaus zu bauen. Am 28. August 1911 kaufte man von Familie Sinn einen Bauplatz in Neuhütten, heute Gartenstraße 25. Auf diesem Platz wurde das erste Gemeindehaus gebaut, vermutlich mit Wohnung für die Eheleute Sinn, da diese bis zu ihrem Tod dort wohnten. Im Grundbuch war die Gemeinde damals schon als „eingetragener Verein“ registriert.

Die zweite Trennung war bedingt durch den Einfluss einer Lehre, die errechnet hatte, dass 1925 die Wiederkunft Christi sei. Diese Lehre hatte auch in Neuhütten an Einfluss gewonnen. So kam es, dass an einem Sonntag Christian Laidig aus Berg aufstand und alle, die diese Lehre nicht akzeptierten, bat, ebenfalls aufzustehen und sich ihm anzuschließen. Gemeinsam ging diese Gruppe nach Berg und traf sich von dort an in 14-tägigem Wechsel in Berg bei Familie Laidig oder in Stollenhof bei Familie Müller. Aus dieser Gruppe entstand unsere heutige Gemeinde. Es wuchs der Wunsch, ein eigenes Gemeindehaus zu bauen. Deshalb wurde am 6. Januar 1928 ein Verein gegründet und ein Vorstand gewählt. Am 1. Dezember 1928 kaufte man von Friedrich und Karoline Schmidgall das Grundstück Waldesruh 19, in Neuhütten, auf dem das noch heute bestehende Gemeinschaftshaus gebaut wurde. 1931 war der Bau vollendet und die Gemeinde konnte „einziehen“.

Während des zweiten Weltkrieges wurde der Gottesdienstraum im Gemeindehaus vom Landratsamt Öhringen beschlagnahmt und als Rüstungs- und Nähmaschinenlager zweckentfremdet. Die Gemeinde durfte sich jedoch im Speisesaal des Hauses versammeln. Allerdings blieb damit für die Kinder kein Raum mehr, und so fiel die Kinderstunde in dieser Zeit aus. Nach dem Krieg kamen viele gläubige Heimatvertriebene aus Jugoslawien zur Gemeinde dazu. Die Gemeindemitglieder wurden zu dieser Zeit, in der es ihnen wirtschaftlich sehr schlecht ging, durch Hilfsgüter von Christen aus der Schweiz unterstützt. Im Gemeindehaus reichte der Platz nicht mehr. Durch die erheblich gestiegene Besucherzahl wurde es notwendig, in den Jahren 1957/58 den Versammlungssaal zu vergrößern.

Der kleinere Teil der Gemeinde, der sich nach der Trennung 1924 weiterhin im Haus Gartenstraße 25 versammelt hatte, wurde durch Todesfälle und andere Umstände immer kleiner und schloss sich mit der Zeit dem größeren Teil der Gemeinde an. Dadurch wurde das Gemeinschaftshaus Gartenstraße 25 wieder gemeinschaftliches Eigentum. Dieses Gebäude wurde verkauft und der Erlös für den Anbau verwendet.

Die Gemeinde wuchs weiterhin, sodass bereits im Jahre 1970 ein weiterer Anbau notwendig wurde.

Viele Mitglieder kamen aus dem Bereich der Ortsgemeinde Bretzfeld und Umgebung. Bedingt durch das stetige Wachstum der Gemeinde und auch durch differenzierte Auffassungen in theologischen Fragen, haben sich in den 80er-Jahren einige Familien, überwiegend aus dem Raum Bretzfeld/Scheppach/Adolzfurt entschlossen, eine weitere selbständige Gemeinde zu gründen; diese hat sich in Öhringen angesiedelt.

Immer noch war der Gottesdienstraum im Gemeindehaus sonntags sehr voll. Die Gemeinde fasste den Beschluss, in Scheppach eine eigenständige Gemeinde zu gründen und dafür ein neues Gemeindehaus zu bauen. Der Bau wurde 1996/1997 gemeinsam erstellt, finanziert und am 2. Februar 1997 eingeweiht. Durch Gottes gnädige Hilfe ist die Gemeinde stark am Wachsen, was auch zeigt, dass nicht an den Bedürfnissen vorbeigeplant wurde.

Durch Zuwachs an Mitgliedern und Veränderungen im Gemeindeleben standen wir wieder vor der gleichen Situation: Unser Gemeindehaus war zu klein. Wir beteten längerer Zeit dafür und planten, wie das Gebäude aussehen müsste, in dem die Gemeinde in Zukunft zu Hause sein soll. Vor allen Dingen war es unser besonderes Anliegen, gemäß Gottes Willen zu bauen und ein Gebäude zu errichten, das der Gemeinde für längere Zeit gute Dienste leisten wird.

"Die Arche"

Im November 2007 war dann erster Spatenstich für ein größeres Gebäude. Nach einer Bauzeit von ca. 18 Monaten sind wir am 02. August 2009 in das neue Haus "Die Arche" eingezogen.

Einweihung feierten wir am 26+27.September 2009

Haus Waldruh

Ein wichtiger Teil der Geschichte der ETG Neuhütten ist unbestritten das „Haus Waldruh“. Bedingt durch den Krieg hatten viele ältere Menschen, die - überwiegend aus Jugoslawien - vertrieben wurden, ihre Heimat und auch ihre Angehörigen verloren. Ihnen einen Lebensabend in Würde und in der Gemeinschaft mit Gleichgesinnten zu geben, war der Ursprungsgedanke, der zum Bau des Altenheims Waldruh führte.

Baubeginn war im Jahre 1955 und in einer Bauzeit von fast 2 Jahren wurde das ursprüngliche Haus, der heute renovierte „Altbau“ erstellt und an Pfingsten 1957 eingeweiht. Zu dieser Zeit fanden im Altenheim 32 Personen Hilfe und eine neue Heimat.

Die Verwaltung und kaufmännische Leitung des Hauses wurde von Anfang an bis einschließlich 1997, ehrenamtlich erbracht. Auch heute finden sich immer wieder Helferinnen und Helfer, die sich in allen Bereichen ehrenamtlich engagieren. Die Verbindung Bewohnerinnen und Bewohner zur Gemeinde, insbesondere zum Gottesdienst, ist uns ein wichtiges Anliegen. Deshalb gibt es eine Video-Übertragung der Gottesdienste ins Haus Waldruh. An drei Tagen in der Woche werden Morgenandachten angeboten. Die Zusammenkünfte des Seniorenkreises finden ebenfalls im Haus Waldruh statt.

Bedingt durch die  veränderte Gesetzeslage wurde das Haus strukturell auf „Betreutes Wohnen“ umgestellt. Diese Umstellung erforderte in den Jahren 1999 - 2001 einen Neubau und die Totalrenovierung des ursprünglichen Hauses.
Durch Gottes Führung ist ein Haus entstanden, das weit über unsere Region hinaus einen hervorragenden Ruf genießt und von Bewohnern und Besuchern sehr geschätzt wird.

Donnerstag, 09.09.2010
Die dein Heil lieben, lass allewege sagen: Hoch gelobt sei Gott!
Psalm 70,5
Auf alle Gottesverheißungen ist in Jesus Christus das Ja; darum sprechen wir auch durch ihn das Amen, Gott zum Lobe.
2.Korinther 1,20
Termine
 Do 09.09.
10:00 Uhr
Stupsnasen
 So 12.09.
09:30 Uhr
Gemeinde-Gebetszeit
 So 12.09.
10:00 Uhr
Taufgottesdienst + ME
 Mi 15.09.
17:30 Uhr
Jungschar Peanuts
 Mi 15.09.
19:00 Uhr
Alpha- und Betakurs
 Fr 17.09.
18:00 Uhr
Jungschar
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